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1. April 2019

Neues von der Finca Irlanda

Im mexikanischen Chiapas, weitab der Zentren in der gebirgigen Waldlandschaft an der Grenze zu Guatemala, liegt die Finca Irlanda. Es ist die älteste Demeter-Kaffeeplantage in den Tropen. Seit über 90 Jahren wirtschaftet sie nach den sanften Methoden des biologisch-dynamischen Anbaus.

Lebensbaum Gründer Ulrich Walter hat die Finca erstmals 1985 besucht. Seitdem hat sich eine enge Beziehung entwickelt, die Finca wurde 1987 zum ersten Kaffeelieferanten für Lebensbaum.

Bedingt durch Erdbeben und die fast vollständige Vernichtung der Kaffeepflanzen durch eine Pilzkrankheit ist die Finca in den letzten 10 Jahren allerdings in eine finanzielle Schieflage geraten. Ulrich Walter ist deshalb eingesprungen und heute Miteigentümer der Finca. So konnte die Finca und damit die Lebensgrundlage der dort lebenden 43 Familien erhalten bleiben.  Allein in den letzten vier Jahren wurden 540.000 Kaffeepflanzen neu gepflanzt. Sie werden allesamt auf der Finca selbst gezogen.

Neben diesem wirtschaftlichen Einsatz verfolgt Lebensbaum gemeinsam mit der Lebensbaum-Stiftung seit Jahren ein Programm um die Lebensbedingungen der auf der Finca lebenden Familien und insbesondere ihrer Kinder zu verbessern und auch die Gemeinschaft zu fördern. Die dort ständig lebenden Menschen sollen verstärkt in die Entscheidungsprozesse einbezogen und somit die Eigenverantwortung gestärkt werden. Dies gestaltet sich nicht immer einfach und braucht Zeit und Geduld, denn Veränderung bringt naturgemäß Verunsicherung mit sich, die erst mit Erfahrung aufgelöst werden kann.

Grundstein des Programms war vor 20 Jahren der Bau der Schule, die, nachdem die anfänglichen Vorbehalte überwunden waren, inzwischen zu einem kleinen Campus mit Kindergarten, Spielfläche und Frühstücksangebot für die aktuell 100 Kinder ausgebaut worden ist.

Dazu kamen im letzten Jahr ein Kleinbus um die Kinder zur weiterführenden Schule zu transportieren und auch den Familien bei wichtigen Erledigungen einen Fahrservice anbieten zu können. Außerdem wurde ein Sportplatz mit angegliedertem Spielplatz fertiggestellt.

Weitere Schritte des Programms umfassen Renovierungsarbeiten: Viele Gebäude der Finca sind altersbedingt nicht mehr auf aktuellem Stand. In diesem Zusammenhang wurde nun ein nicht benutztes Gebäude renoviert. Dort entstand ein Gemeinschaftsraum, der sowohl von Kindern, Jugendlichen als auch Erwachsenen benutzt werden kann. Auch die Wohnhäuser der Familien werden sukzessive renoviert oder komplett neu gebaut, ebenso die sanitären Anlagen. Der Plan sieht vor, dieses bis Herbst nächsten Jahres abgeschlossen zu haben.

Die Finca ist ein  Beispiel für eine friedliche Koexistenz von Landwirtschaft und Natur. Eine nordamerikanische Universität hat dort einen Forschungsstützpunkt. Es gibt deshalb den Nachweis einer Biodiversität, die ihresgleichen sucht: Es werden gezielt Schattenbäume gesetzt, alte Urwaldriesen erhalten und mehr als 30 ha als Reservat überhaupt nicht bewirtschaftet. Für Ulrich Walter war es auch deshalb eine Herzensangelegenheit, dieses Kleinod zu erhalten.

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