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9. Juli 2017

Salz

Die Salzgeschichte beginnt fast gleichzeitig an zwei ganz verschiedenen Orten: Die frühesten Nachweise für die Salzproduktion zeigen, dass vor rund 6.000 Jahren Menschen sowohl in Rumänien als auch im über 7.000 km entfernten China begannen, Salz herzustellen.
Salz

Griechen, Römer, Ägypter, Sumerer, Babylonier – sie alle verwendeten schon Salz. Zum Würzen von Speisen, aber auch für anderes bis hin zu Zeremonien: Die alten Ägypter setzen Salz für die Mumifizierung ein, im mittleren Osten wurden Verträge mit Salz besiegelt und die Hebräer bestreuten Gottesgaben damit.

In warmen Ländern, z. B. um das Mittelmeer, bei den Römern und Griechen, war Meersalz das Salz der Wahl. Flache Becken am Meeresrand wurden geschaffen, um dort das Wasser per Sonneneinstrahlung verdunsten zu lassen und so Salz zu gewinnen. In anderen Gegenden der Welt gab es verschiedene Ansätze. Es gab salzige Quellen, die durch Salzablagerungen im Gestein sprudelten. Das Salzwasser wurde dann in Pfannen verdunstet. Auf dieselbe Weise wurde Salz aus Sole gewonnen, die man bekam, indem man Bohrungen in Salzstöcke vornahm und diese mit Wasser durchspülte. Die dritte Art der Salzgewinnung war Abbau des Salzes in Minen.

Da Salz nicht überall vorkam, sondern nur an Orten, die über Salzstöcke in der Erde verfügten oder in sonnigen Gegenden am Meer lagen, war es heiß begehrt und der Transport oftmals lang. Es bildeten sich für den Salztransport Handelsstraßen, die sogenannten Salzstraßen. Eine berühmte deutsche Salzstraße ist die der Hanse von Lüneburg nach Lübeck. Knapp 130 Kilometer. Überall auf der Welt gab es solche Salzstraßen. Manche führten auf Flüssen lang, andere gar per Karawane durch die Sahara.

Salz war ein gutes Geschäft und jeder wollte verdienen: Salzsieder und Händler durch den Verkauf, Landeigentümer, über deren Grund die Salzstraßen verliefen, durch Mauteinnahmen, Städte und Länder durch hohe Salzsteuern. Ein rares Gut, das durch die vielen Beteiligten noch teurer wurde. Städte erblühten durch das Salz. Manche auch sekundär, wie München, welches weder Salz hatte noch an einer Salzstraße lag. Heinrich der Löwe sprengte extra eine fremde Brücke, damit die Salzstraße von Bad Reichenhall durch seine Stadt, München, verlief. Erzwungenes Glück für München, das seitdem vom Wegzoll profitierte. In Deutschland wurde die Salzsteuer auf Speisesalz, wie auch auf Zucker, erst 1993 im Rahmen des einheitlichen Binnenmarktes der EU abgeschafft.

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